Radweg Bielefeld

MDG Millennium ProjektDas Grüne Netz: Bielefelder Radweg

Rund um das Bielefelder Stadtgebiet verläuft der Radweg „Global Goals“. Seinen Titel erhält die 25 Kilometer lange Strecke durch Lernstationen, die über nachhaltige Entwicklungsziele für unseren Planeten aufklären. Spiel- und Grillplätze bilden außerdem eine Reihe von Zwischenstopps.

Der Radweg führt durch Grünzüge, Parkanlagen und gestaltete Landschaftsbereiche der Stadtbezirke Mitte, Heepen, Milse, Brake und Schildesche. Mit dem Stadtbahn-Netz ist er an mehreren Stellen verknüpft.

Radweg „Global Goals“

Die Vereinten Nationen haben es sich zum Ziel gesetzt, die SDGs (Sustainable Development Goals) bis 2030 zu erreichen. Sie betreffen Aufgaben wie die vollständige Beseitigung von Armut und Hunger auf der Welt, Gesundheit und Bildung für alle Menschen, den Erhalt der Ökosysteme, Frieden und die Wahrung der Menschenrechte.

Ziel des Radwegs ist, über diese Ziele zu informieren und Beispiele aus der Region aufzuzeigen. Die Strecke dient aber auch als Erinnerung an die Regierungen, ihre eigens gesteckten Ziele im Auge zu behalten – und auf politischer Ebene umzusetzen. Dabei wird das Fahrrad als ökologisches Fortbewegungsmittel zum verbindenden Element. Zwischen den Stationen – und zwischen den verschiedenen Lebensweisen auf der Erde.

Lernstationen als öffentliche Räume

Insgesamt entstanden acht Lernstationen, entsprechend den acht Millenniums-Zielen. Stelen zeigen die Stationen an, Informationstafeln oder interaktive Hörbeiträge geben Auskunft zu den einzelnen Agenda-Punkten – während die Stationen auch als öffentliche Aufenthaltsorte dienen.

Mit Station 1 zum Thema „Bekämpfung von extremer Armut und Hunger“ entstanden sieben kreisförmig angeordnete Betonquader. Sie repräsentieren die sieben Grundpfeiler des Wohlergehens, welche sich gegenseitig bedingen: Einkommen; Leistungsfähigkeit; soziale Integration; geistige, motorische, emotionale Entwicklung; Gesundheitsvorsorge; Wohnen, Ernährung und Kleidung; Versorgung des Nachwuchses.

Die Stationen 4 und 5 sind verbunden, da sich die Themen „Senkung der Kindersterblichkeit“ und „Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter“ gegenseitig bedingen. Eine Holzkonstruktion symbolisiert eine Schutzhütte – und dient gleichzeitig den Radlern und Spaziergängern als Unterstand.

Für viele Menschen ist eine ausreichende medizinische Versorgung ein Glücksspiel – weswegen sich die Agenda 2030 auch die „Bekämpfung von HIV und Aids, Malaria und anderen schweren Krankheiten“ zum Ziel gesetzt hat. An Station 6 kann diese Situation in einem „Gesundheitsspiel“ nachempfunden werden: Es funktioniert wie „Mensch ärgere dich nicht“ – mit einem Unterschied: Wer auf ein Brückenfeld wie „mehr Ärzte“ trifft, kann den Spielweg abkürzen.

Die siebte Lernstation behandelt die „Ökologische Nachhaltigkeit“. Als ökologischen Fußabdruck bezeichnen wir die Fläche, die ein Mensch für die Produktion der von ihm genutzten Güter wie Nahrung, Kleidung oder Energie in Anspruch nimmt. Eine runde Mergelfläche neben der Infotafel entspricht dem Weltdurchschnitt: 2,2 Hektar pro Person. Nachhaltig wären 1,8 Hektar. Weitere Markierungen auf dem Rasen vergleichen den Verbrauch verschiedener Länder. Man findet hier den viel zu großen ökologischen Fußabdruck von Deutschen – und daneben noch deutlich größer den von USA-Amerikanern.

Für jede Lern-Station hat eine Bielefelder Schule die Patenschaft. So wird direkte Verantwortung übernommen – auf lokaler und auf globaler Ebene.

Verfasserdaten

Bauherr: Welthaus Bielefeld www.welthaus.de

Ablauf
Planungsphase: August 2010 - Dezember 2010
Bauzeit: August - September 2011

Planungsbeteiligte
Arbeitsgemeinschaft mit Klaus Beck Architektur und Städtebau,
ARA e.V. www.araonline.de
Tragwerksplanung: Dipl.-Ing. Claudia Plake