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Haus KSanierung eines Resthofes

Sichtbare Spuren des Bestands – dies wünschte sich die Bauherren-Familie bei der Sanierung einer ehemaligen Hofstelle zum Wohnhaus. Alte Elemente wie Türen und Balken wurden zu neuem Leben erweckt und durch natürliche Materialien in einer zeitgenössischen Architektursprache ergänzt.

Gestaltung und Entwurfsprozess

Um allen Anforderungen an das Raumprogramm gerecht zu werden, wurde der Mitteltrakt in die Planung mit einbezogen – dieser beherbergte früher die Stallungen des alten Bauernhauses.

Diese Entscheidung bedeutete aber auch, zwei unterschiedliche Geschossebenen miteinander zu verbinden: Zwischen Garten- und Wohnebene besteht ein Höhenunterschied von 1,40 Metern. Mit der Sanierung wurden die Level zu einem fließenden Raum-Kontinuum zusammengefügt, eine Freitreppe verbindet sie miteinander.

Diesen Übergang zu schaffen, war eine der größten Herausforderungen bei der Sanierung. Immerhin war der Zuschnitt nicht gerade das, was man sich unter einer zeitgemäßen, offenen Grundrissgestaltung vorstellt.

Offenes Raumkonzept

Dennoch entwickelte sich genau daraus eines der prägenden Elemente des Hauses: Wie von der Bauherren-Familie gewünscht, kann der Garten direkt von Küche und Wohnbereich betreten werden.

Die Besonderheit hier sind bodentiefe Falt-Schiebe-Fenster, welche bereits in geschlossenem Zustand eine starke Verbindung zum naturnahen Außengelände herstellen. Die Barriere zwischen Innen und Außen, zwischen Küche und Garten, wird einfach „weggeschoben“ – sodass man in der offenen Wohnküche das Gefühl hat, im Freien zu kochen.

Wie die Wohnräume im Erdgeschoss an den Garten angeschlossen sind, so orientieren sich auch die Schlafräume im Obergeschoss zum Außenraum: Schlaf- und Kinderzimmer sind ebenfalls mit bodentiefen Fenstern ausgestattet. Funktionale Räume wie Badezimmer, Abstellraum, begehbarer Kleiderschrank, Treppenhaus und Arbeitszimmer liegen auf der gegenüberliegenden Seite im Nord-Osten.

Natürliche Materialien

Auch in der Materialwahl der Innenräume spiegelt sich die Verbundenheit zur Natur wider: Alle Wände sind mit Lehmputz vergütet, die Böden sind in Sichtestrich oder massivem Eichenparkett ausgeführt. Im Wohnzimmer wurden halbhohe Wände in Stampflehm ausgeführt, um die Ebenen visuell in eigenständige Bereiche zu gliedern. Freigelegte Ziegel finden sich in Treppenhaus und Wohnküche wieder und verleihen diesen einen lebhaften Charme.

Energiekonzept

Neben der Wahl natürlicher Materialien und einem respektvollen Umgang mit dem Bestand sollte das Haus auch unter energetischer Betrachtung zukunftsfähig gemacht werden. Die Struktur von 1920 verfügte zwar über eine gute Substanz – entsprach aber bei Weitem nicht den heutigen energetischen Anforderungen an ein Wohngebäude.

Eine aufwendige, interdisziplinäre Planung war nötig, um die energetischen Zielwerte zu erreichen: Der Primärenergiebedarf wurde reduziert und die Gebäudehülle energetisch optimiert. Zu den relevanten Maßnahmen gehörten eine intensive Dämmmaßnahme mit passivhaustauglichem Wandaufbau, der Einbau von dreifach verglasten Fenstern, die Sicherstellung der Luftwechselrate bei gleichzeitiger Reduzierung der Lüftungswärmeverluste und die sorgfältige Ausführung einer luftdichten Ebene.

Darüber hinaus nutzt das Gebäude regenerative Energiequellen: die passive Solarnutzung durch südorientierte Glasflächen, sowie den dachintegrierten Einsatz von Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung.

Der Charme des Hauses entstand aus den Anforderungen an ein nachhaltiges Energiekonzept sowie einen respektvollen Umgang mit dem Bestand. Ein besonderes Detail ist die alte Dielentür mit farbiger Verglasung. Sie wurde ausgebaut, aufgearbeitet und wieder eingesetzt. So entsteht schon beim Betreten des Hauses ein Gefühl des Ankommens.

Verfasserdaten

Sanierung eines Resthofes zu Wohnzwecken
Baujahr: 1920
Bauherr: privat

Ablauf
Planungsphase: Juli - Dezember 2009
Bauzeit: März 2010 - März 2011

Größe
Anbau: 265 qm Wohnfläche

Planungsbeteiligte
Arbeitsgemeinschaft mit Klaus Beck Architektur und Städtebau
Tragwerksplanung: Ingenieurgesellschaft Laskowski mbH -Büro für Bauwesen
Wärmeschutz & Bauphysik: Ernst Merkschien, Ingenieurbüro für Energieberatung

Fotos: Andreas Secci www.andreas-secci.de

Tag der Architektur NRW 2013